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Jim Dine

Total Modness (The Big Floppy Collar by Gerald McCann)

Kohle und Objekte auf Leinwand
1965
152,4 x 121,9 cm

Die Leinwand von "Total Modness" ist nur durch die Kohlezeichnung eines ondulierenden Kragens bearbeitet – der "big floppy collar" des Titels, der auf Gerald McCann verweist. In den 1960er Jahren war Gerald McCann ein in Großbritannien, aber dann auch und vor allem in den USA äußerst erfolgreicher Modedesigner. Der obere Rand der Leinwand wird von einer großen Rohr-Schraubzwinge umgriffen, in die mittig ein Brecheisen eingehängt ist. Dine hat den Schatten des geradezu als "Kopf" aus dem gezeichneten Kragen hervorragenden Brecheisens wie in einer trompe-l'oeil-Malerei ebenfalls zeichnerisch dargestellt. Die Werkzeuge besitzen, wie alle Werkzeuge in Dines Werken, einen autobiographischen Bezug durch die Kindheitserinnerungen des Künstlers, dessen Großeltern eine Eisenwarenhandlung betrieben. Während die Schraubzwinge das "Bild" offenbar mit Gewalt zusammenhält, hat das Brecheisen die Aufgabe, etwas mit Gewalt auseinanderzubrechen. Dine hat in dem Brecheisen offenbar noch eine weitere Anspielung versteckt, denn der amerikanische Ausdruck für dieses Werkzeug lautet "jimmy" – die Koseform des Vornamens des Künstlers. Wenn Dine dann noch das Wortspiel des Titels, der "madness" – Wahnsinn – in "modness" verballhornt und damit auf die Jugendbewegung der "mods" anspielt, so wird spürbar, dass Jim Dines Werk nichts anderes ist als ein Selbstporträt der aktuellen Befindlichkeit des Künstlers selbst und seiner Fragen an die Kunst und das Bild.

Preis auf Anfrage

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