Pressemitteilungen

GALERIE THOMAS PRESSE
 

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Henri Matisse - Graphik und Zeichnungen

25. Januar - 30. März 2019

Das Gefühl in der Linie
Galerie Thomas zeigt graphische Werke und Zeichnungen von Henri Matisse

Henri Matisse hat sich in seinem graphischen Werk mehr oder weniger auf ein Sujet beschränkt, auf die weibliche Linie. „Dennoch gibt es keine andere Kunstgattung, die seine legendäre Produktivität treffender beleuchtet als das zeichnerische und druckgraphische Werk“, sagt Silke Thomas. Die Galerie Thomas zeigt knapp fünfzig Blätter des großen französischen Künstlers, der Wegbereiter der klassischen Moderne und Hauptvertreter des Fauvismus war.

 Matisse: „Die Zeichnung drückt das Eigentümliche meiner Gefühle aus“

Wenige Stilleben, kaum Landschaften, einige Selbstportraits – Henri Matisse bevorzugt in seinen Graphiken Frauenportraits und weibliche Darstellungen. Als lebenslanger souveräner und unersättlicher Zeichner schätzt Matisse besonders die Betonung der Umrisslinien: „Meine Strichzeichnung ist die direkte Umsetzung meiner Empfindung und ihr reinster Ausdruck. (…) Allerdings sind diese Zeichnungen kompletter, als es manchen Leuten scheinen könnte, die sie mit einer Art Skizze verwechseln“, so der Künstler selbst. Neben Zeichnungen und Druckgraphiken hat Matisse aber auch Bücher, Zeitschriften und Programmhefte illustriert.

 Zeichnen mit anderen Mitteln

Matisse war Maler, Zeichner, Bildhauer, Bühnenausstatter, er hat in Vence, Südfrankreich, eine gesamte Kapelle entworfen, begonnen bei der Architektur über die Wand- und Glasmalereien bis hin zum Gewand der Priester. Ähnlich wie sein Zeitgenosse Picasso hat auch Matisse ein ungemein vielseitiges Werk hinterlassen. „Sein bedeutendes graphisches Oeuvre entwickelt Henri Matisse jedoch erst nach der Malerei“, so Silke Thomas, „im Gegensatz zu Picasso oder Max Ernst verzichtet er bewusst darauf, die Möglichkeiten dieses Mediums weiter auszudehnen.“ Für ihn bleibe die Arbeit an der Radierplatte oder auf dem Lithostein immer das Zeichnen mit anderen Mitteln. Matisse: „Manchmal zeichne ich, meinem Gefühl folgend, ohne mich darum zu kümmern, ob ich genug Platz für meine Zeichnungen habe, weil allein der Rhythmus den Ausdruck meiner Zeichnungen sicherstellt.“

 Wir laden die Medienvertreter herzlich ein

zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 24. Januar 2019, um 19 Uhr.

 

Günter Haese - Bewegter Raum

25. Januar - 30. März 2019

Der Gott der kleinen Dinge
Galerie Thomas zeigt Günter Haese, den Meister filigraner Metallobjekte

Es ist ein kleines Wunder, dass Günter Haeses Objekte der Schwerkraft widerstehen können. „Der Kieler Künstler hat in seinem Werk die Fragilität bis an die Grenzen der Stabilität ausgelotet“, sagt Galerieinhaber Raimund Thomas, „dabei ging es ihm aber nicht allein um die Bewegung seiner Raumgraphiken, wie er seine Objekte nannte, sondern um die Auflösung einer Ordnung, die dann von selbst wieder zu sich zurück findet.“ Ohne dass das Objekt kippt. Die Galerie Thomas zeigt 25 Werke des vor zwei Jahren verstorbenen Künstlers und vertritt ab nun auch seinen Nachlass.

Am Puls seiner Zeit
Auch wenn Günter Haeses Werk in seiner Einzigartigkeit keine künstlerischen Begleiter, geschweige denn Nachahmer gefunden hat, so bewegt er sich kunsthistorisch gesehen am Puls seiner Zeit. „Seine in menschlichem Maß gehaltenen grazilen Objekte, deren fragiles Gleichgewicht auf noch zierlicheren Füßen steht“, so Thomas, „leben von dem Kontrast zwischen Geometrie und Material auf der einen Seite sowie Labilität und Anmutung von Organischem auf der anderen.“

Initialzündung war ein geschenkter Wecker
Günter Haese, der am 18. Februar 1924 geboren wurde, studiert nach dem Krieg als Meisterschüler von Ewald Mataré unter anderem mit Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf. Der gelernte Dekorationsmaler beginnt seine künstlerischen Arbeiten mit Tierplastiken und gelangt erst nach mehreren Jahren über Monotypien zu seinem einmaligen Werk. Auslöser ist ein geschenkter Wecker, den Haese in seine Bestandteile zerlegt. Er beginnt die kleinen Stahlgeflechte, Sicheln, Federn und Kügelchen mit einem Kupferlötkolben mühselig aneinander zu kleben und übereinander zu türmen. Dabei ist Günter Haese nie ein eilig Schaffender, sondern ein introvertierter, sich behutsam seinen Werken annähernder Meister.

Der Erfolg kommt über Nacht: Seine erste Einzelausstellung hat Günter Haese im Ulmer Museum, die zweite ist dann schon im MoMA in New York. Denn der damalige Kurator hat Haeses Werke in Ulm gesehen und sich umgehend bei ihm gemeldet. Haeses Werke wurden in allen bedeutenden Museen weltweit ausgestellt und sind heute in namhaften Sammlungen zu finden.


#günterhaeseatgaleriethomas

Wir laden die Medienvertreter herzlich ein
zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 24. Januar 2019, um 19 Uhr.

Art Basel Miami Beach 2018

6. - 9. Dezember 2018

Formschön verwirrend mit kräuselndem Farbauftrag
Galerie Thomas präsentiert Max Ernsts „Les Peupliers“ neben anderen Meisterwerken

Das Gemälde „Les Peupliers“ entstand in Max Ernsts Liebesnest in Südfrankreich. Es war der letzte friedliche Sommer vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, der letzte und einzige Sommer in trauter und verrückter Zweisamkeit mit seiner Geliebten Leonora Carrington. Die Galerie Thomas freut sich, diese surrealistische Arbeit aus einer für Max Ernst so wichtigen Schaffens- und Lebensphase auf der Art Basel Miami Beach präsentieren zu können.

 Die letzten Wochen vor der Flucht in die USA

Max Ernst, der große deutsche Künstler und bedeutende Vertreter des Surrealismus, flieht aus Paris vor seiner streitsüchtigen zweiten Ehefrau und vor den Auseinandersetzungen mit dem politisch dem Stalinismus sich annähernden André Breton mit Leonora Carrington in das kleine Dorf Saint-Martin d’Ardèche. Sie kaufen sich dort ein Bauernhaus, verwandeln es mit Skulpturen und Malereien in ein Gesamtkunstwerk und bringen die Dorfbewohner mit FKK-Eskapaden gegen sich auf. In Saint-Martin schafft Max Ernst „Les Peupliers“, ein Werk, das sich in eine Gruppe von Gemälden einreiht, die mittels der Decalcomanie entstandene stelenartige Gebilde zeigen.

Nur wenige Wochen später in diesem dramatischen Sommer des Jahres 1939 wurde Max Ernst in dem berüchtigten Lager Les Milles interniert. Zweimal konnte er aus der Haft entkommen, schließlich floh er mit der Hilfe von niemand Geringerem als Peggy Guggenheim in die USA. Es kam nur noch zu einem kurzen Zusammentreffen mit Leonora in Lissabon, die Pläne zur gemeinsamen Flucht zerschlugen sich.  Der Name von Max Ernsts dritter Ehefrau wird Peggy Guggenheim lauten.

 Nur ein Eindruck von zwei Pappeln

Beim Betrachten des Werks „Les Peupliers“ (Die Pappeln) wird die eigene Wahrnehmung von zwei Bäumen in einer kargen Landschaft durch die skurrilen, seltsamen und verwirrenden Formen, in denen sich die Farbe windet, kräuselt und zu Zeichen und Symbolen formt, schnell verunsichert und aufgelöst. Nirgendwo gelingt es dem Auge, sich an einer bekannten Form festzuhalten: Profile und Gesichter und wolkenartige Gebilde scheinen auf und verschwinden wieder. „Max Ernst ist bekannt für seine Frottagen und Grattagen“, sagt Silke Thomas, „diesen eleganten Effekt der Oberfläche erzielt der Künstler jedoch durch die Technik der Decalcomanie, einem Abklatschverfahren, bei dem die aufgetragene Farbe so manipuliert wird, dass auf kontingente Weise Schlieren, Bläschen und Windungen auf der Oberfläche entstehen, die für Ernsts Gemälde dieser Zeit charakteristisch sind.“ Insofern sind sie paradigmatisch für den Surrealismus, da sie den Betrachter verführen, Figuren und Formen zu erkennen, die niemals willentlich dargestellt sind.

 Kunstwerke von Calder, Nolde und Schlemmer

Die Galerie Thomas freut sich, auf der Art Basel Miami Beach weitere Meisterwerke zu präsentieren: „Herbstmeer XII“ von Emil Nolde (1912), Mobile von Alexander Calder, "Zwei Köpfe und zwei Akte, Silberfries IV" (1931) von Oskar Schlemmer und anderen.

Jim Dine - New Painting and Sculpture

15. September - 27. Oktober 2018

Mitten ins Herz
Jim Dine kommt zur Ausstellungseröffnung in die Galerie Thomas Modern

München. Jim Dine, einer der großen Vertreter der amerikanischen Malerei seit den sechziger Jahren kommt zur Saisoneröffnung in die Galerie Thomas Modern. „Jim hat für uns 15 teils sehr großformatige Gemälde und vier Skulpturen geschaffen“, sagt Raimund Thomas, der den 83-jährigen Künstler in seinem Atelier in Paris besucht hat. „Es sind pastos aufgetragene Herzen, ein Motiv, das Dine seit vielen Jahren beschäftigt – und das sehr beliebt ist“

Enge Verbindung zu Deutschland

„I started to use paint in a way as tough paint was an object itself”, sagt Jim Dine über seinen Zugang zur Malerei. Dine schließt sich in den 1960er Jahren nach dem Studium der Künstlergruppe um Rauschenberg, Oldenburg und Lichtenstein an und zählt heute zu den wichtigsten Vertretern der Pop Art. „Obwohl Jim selbst diese Kategorisierung stets ablehnt“, so Thomas. Nach den wilden Jahren in New York zieht er für einige Jahre nach London, wo er sich mit Druckgraphik, Typographie und Zeichnung beschäftigt. Anfang der 1970er Jahre kommt die Bildhauerei hinzu, 1984 beginnt eine für Jim Dine wegweisende Auseinandersetzung mit den klassischen Skulpturen in der Münchner Glyptothek. Jim Dines Beziehungen zu Deutschland gehen aber noch weiter: Der Künstler hat dem Essener Folkwang-Museum vor drei Jahren 230 graphische Blätter – Radierungen, Lithographien und Holzschnitte – aus den vergangenen 50 Jahren geschenkt. Außerdem arbeitet er regelmäßig in seinem Atelier für Druckgraphik in Göttingen. In Frankreich hat das Pariser Centre Pompidou Jim Dine vergangenes Jahr eine Einzelausstellung gewidmet.

 

Peter Blake - Kabinettausstellung

21. Juni - 1. September 2018

Der Bildkünstler der Popmusik
Galerie Thomas Modern bringt Peter Blakes Pop Art nach München

Er hat das berühmte Plattencover des Albums Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band von den Beatles gemacht und auch mit anderen Weltstars wie Eric Clapton oder Oasis zusammengearbeitet. Neben Künstlern wie Richard Hamilton, David Hockney oder Allen Jones ist Peter Blake (geb. 1932) einer der bedeutenden Vertreter der britischen Pop Art. „Er ging über das typische Bildreservoir der Pop Art, den Dingen des Alltags und der Werbung, hinaus“, sagt Silke Thomas. „Blake wollte eine Kunst schaffen, die das visuelle Äquivalent der Popmusik war.“ Der Künstler selbst sagt von sich sogar, „I invented pop art, if one is being arrogant“.

Seine Werke wurden in zahllosen Ausstellungen gezeigt und befinden sich in vielen bedeutenden Museen und Sammlungen weltweit. Von Anfang an ist Peter Blake dabei nicht nur als Maler, sondern auch als ein Meister der Collage hervorgetreten: „Seine anspielungsreichen, assoziativen und überbordenden Bildwelten sind in Gemälden, Collagen und Materialbildern der vergangenen 30 Jahre in der Kabinett-Ausstellung Galerie Thomas Modern vertreten“, so Silke Thomas.

 

Gerhard Marcks - Plastiken und Arbeiten auf Papier

21. Juni - 1. September 2018

Dem Humanismus verpflichtet
Galerie Thomas zeigt Gerhard Marcks und vertritt ab sofort seinen Nachlass

Gerhard Marcks nimmt mit seinem Werk eine unverwechselbare Position in der Skulptur des 20. Jahrhunderts in Deutschland ein. In ihrer aktuellen Ausstellung zeigt die Galerie Thomas Plastiken und Papierarbeiten dieses großen Humanisten. Die Galerie wird auch ab sofort seinen Nachlass direkt vertreten.

Tief beeindruckt von der Kunst Auguste Rodins fand Gerhard Marcks zu einer originären stilistischen Ausdrucksweise. „Seine Interpretation der menschlichen Figur“, sagt Raimund Thomas, „die er über Jahrzehnte seines Schaffens immer wieder erneuerte, zeichnet sich vor allem durch eine das Wesentliche der Bewegung fassende Sensibilität aus.“ Sein gesamtes Werk sei von einem tiefen Humanismus geprägt. Marcks arbeitete nahezu autodidaktisch: Durch seine Tätigkeit am Bauhaus setzte er sich intensiv mit den künstlerischen Strömungen der Avantgarde auseinander, und wenngleich sein Oeuvre zeitweise kubistische Elemente reflektiert, steht sein nach Ausdruck strebendes Werk am ehesten dem Expressionismus nahe. Fünf seiner Werke diffamierten die Nationalsozialisten in der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ und belegten den Künstler anschließend mit Ausstellungsverbot.

„Wir haben Gerhard Marcks’ beeindruckende Werke seit vielen Jahren in unserem Programm“, so Silke Thomas, „deshalb freuen wir uns auch besonders, gemeinsam mit zwei weiteren Kollegen ab nun die Nachlassvertretung zu übernehmen.“

Art Cologne

19. - 22. April 2018

Auf der diesjährigen Art Cologne präsentiert sich die Galerie Thomas mit Werken des Deutschen Expressionismus u.a. von Gabriele Münter, Emil Nolde und einer Gruppe expressionistischer Graphik sowie mit einem Schwerpunkt von drei etablierten Positionen aus dem zeitgenössischen Bereich. 

Peter Blake (geb. 1932) avancierte in den 1950er Jahren zu einem der wichtigsten Vertreter der Pop Art. Berühmt ist der britische Künstler vor allem für die Gestaltung des Schallplattencovers des Beatles-Album „St. Peppers Lonely Hearts Club Band“ von 1967, das heute als ikonisches Werk der Pop Art gilt. Blake arbeitet vorrangig mit der Technik der Collage. Seine vielschichtigen Werke setzen sich aus Photographien, Comics, Zeitungstexten, Abbildungen der Werbung bis hin zu dreidimensionalen Fundstücken des alltäglichen Lebens zusammen. 

„Wer glaubt, die Pop Art sei in Amerika erfunden worden, der irrt. Sie kam aus England – und sie ist untrennbar mit Peter Blake verbunden.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung 

 

Peter Halley (geb. 1953) ist mit frühen Papierarbeiten aus den Jahren 1977 und 1978 zu sehen. In dieser Zeit hielt sich Halley in New Orleans auf und schuf eine Gruppe von Gouachen, die im Rahmen der Ausstellung "Peter Halley. Patterns and Figures, Gouaches 1977/78" soeben in der Galerie Thomas zum ersten Mal in Europa gezeigt wurde. In diesen frühen Arbeiten verarbeitet Peter Halley geometrische Formen und abstrakte Zeichen in kräftigen, strahlenden Farben, die seine Beschäftigung mit außereuropäischen Kulturen und deren Symbolen zeigen. 

Zugleich wird in ihnen der Einfluß von Matisse und dem Bauhaus, der klassischen Moderne und dem abstrakten Expressionismus deutlich sichtbar. In Halleys beginnender Auseinandersetzung mit der geometrischen Abstraktion liegt der Keim für die Ausformulierung seiner charakteristischen Formensprache und Farbanalyse, die sein malerisches Werk seit den frühen achtziger Jahren prägt und unverwechselbar macht. 

 

Jim Dine (geb. 1935) wird auf der Art Cologne mit Werken als Vorschau auf unsere ab 14. September 2018 zur ‚OPEN art‘ in München geplanten Ausstellung zu sehen sein. 

Dine macht Alltägliches zum Thema seiner Bilder. Seine Herzen fungieren als "Zeichen, dass man etwas wichtig nehmen kann, dass es eine ständige Gegenwart von Gefühlen gibt". Das Herz spielt auch im größeren Zusammenhang von Dines Werk eine wichtige Rolle - er kehrt immer wieder zu diesem Symbol zurück, benützt es als Fläche, auf die er seine Gedanken und Gefühle projiziert. 

"Ich beobachte mich selbst, seit ich auf der Welt bin. Alles, was ich tue, ist eine Art Selbstportrait. Ich bringe die Landschaft meines Inneren zum Ausdruck - egal ob als Maler, Bildhauer, Fotograf oder Dichter." Jim Dine 

 

Im Förderprogramm NEW POSITIONS der Art Cologne präsentiert die Galerie Thomas Martin Spengler (geb. 1974) und dessen aktuellen skulpturalen Wandobjekte, die architektonische Perspektiven reflektieren. 

Martin Spengler auf der New Positions der Art Cologne

19. - 22. April 2018

Die Galerie Thomas Modern freut sich, auf der NEW POSITIONS der ART COLOGNE kleinformatige Werke des gebürtigen Kölner Künstlers Martin Spengler (Jahrgang 1974) präsentieren zu können. Seine oft weit in den Raum hineinragenden Bildreliefs spielen mit der tatsächlichen Wiedergabe von erkennbaren Strukturen einerseits und der totalen Auflösung des Bildes andererseits.

Passend zum Veranstaltungsort der Art Cologne, stellt Martin Spengler Kölner Hochhaus-Motive in den Mittelpunkt der New Positions-Koje der Galerie Thomas Modern – darunter das Westcenter und das Unicenter. Angelehnt an die vielerorts gekachelten Häuserwände in Köln, zeigt Spengler seine Werke auf einer mit Kacheln bedruckten Wandtapete. Vier verschiedene Ansichten der jeweiligen Hochhauskomplexe – jede ein Unikat – wird der Künstler für die New Positions auf der Art Cologne kreieren.

Neben der Rhein-Metropole wird sich Martin Spengler für die Art Cologne auch verschiedenen Motiven der Londoner City, wie z.B. dem Bankenviertel, widmen.

Die aufwendigen in Wellpappe geschnitzten Reliefs sind in ihrer kontrastreichen Klarheit gleichermaßen unverkennbar wie atemberaubend. Die lange Produktionszeit der Werke ist auf den ersten Blick sichtbar und bedingt die geringe Stückzahl an Arbeiten, die entstehen können.

"Der gemeinsame Nenner ist immer die Struktur der im Bild eingefangenen Phänomene. Organische Massen besitzen auch architektonische Strukturen und umgekehrt. Diese Ordnungen versuche ich in meinen Bildern wiederzugeben. Gleichzeitig entsteht in der Darstellung durch das Relief auch eine neue oder andere Perspektive auf diese Ordnungsstrukturen. […]

Das Graphit [auf den Schnittkanten der mit Kalkgrund angestrichenen Objektoberfläche] verleiht der Arbeit einen eigenen Charakter und Ausdruck und verstärkt das Flirren bis zur optischen Überreizung. Das Werkstück soll zu einem Organ werden, das den Eindruck erweckt, in sich zu pulsieren. Das monochrome Weiß ist zeitlos und daher eine Projektionsfläche. […]

Architektur unterliegt bestimmten funktionalen Bestimmungen. Grundsätzlich ist sie schön und folgt immer einer bestimmten ästhetischen Ausformung. Architektonische Ästhetiken sind das Ergebnis langwieriger Versuche, etwas funktionieren zu lassen. Wenn man neben dem Kölner Dom steht, an einem Hochhaus hinaufschaut oder ein Autobahnkreuz aus der Höhe betrachtet, nimmt man die Kraft dieser Objekte wahr. Meine Werke fangen all dies in einer komprimierten Form ein, sie sind Fetische.“ (Martin Spengler)

Paul Klee. Musik und Theater in Leben und Werk

23. Februar 2018 - 12. Mai 2018

Eröffnung am Donnerstag, 22. Februar 2018, 19 Uhr  

Pressekonferenz: Dienstag, 20. Februar 2018, 11 Uhr

 

Klee-Frühling in München:

Drei Ausstellungen in und um München widmen sich in diesem Frühjahr mit unterschiedlichen Schwerpunkten dem Werk von Paul Klee. Die Pinakothek der Moderne in München, das Franz Marc Museum in Kochel und die Galerie Thomas präsentieren zusammen mehr als 210 Werke von Paul Klee.

Pinakothek der Moderne, München
Paul Klee – Konstruktion des Geheimnisses, 1. März bis 10. Juni 2018

Franz Marc Museum, Kochel am See
Paul Klee – Landschaften, 25. Februar bis 10. Juni 2018

Galerie Thomas, München
Paul Klee – Musik und Theater in Leben und Werk, 23. Februar bis 12. Mai 2018

 

Die Ausstellung 'Paul Klee – Musik und Theater in Leben und Werk' in der Galerie Thomas folgt Paul Klees musikalischen Spuren und seinem großen Interesse an der Oper und dem Theater. Paul Klee (1879-1940) war nicht nur bildender Künstler, sondern auch Musiker. In seiner Jugend hatte er sich nur schwer zwischen den beiden Professionen entscheiden können, und obwohl er der Malerei schließlich den Vorzug gab, blieb er der Musik zeitlebens eng verbunden: als passionierter Geiger und als ebenso begeisterter wie kritischer Besucher von Konzerten und Opernaufführungen, vor allem auch in München.

Musik und bildende Kunst gingen aber nicht nur in Klees Leben, sondern auch in seinem Werk eine enge Verbindung ein. Rhythmen und Melodien spiegeln sich in Landschaften, Architekturen und abstrakten Kompositionen, Pathos und Witz des Bühnenspiels liegen vielen seiner Figurenszenen zu Grunde.

Mit rund 40 Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von 1914 bis 1939 veranschaulicht die Galerie Thomas, wie Klee das Thema Musik durch alle Werkphasen hindurch beschäftigte. Darunter sind bekannte Werke, aber auch solche, die bisher nur selten oder gar nicht in Ausstellungen zu sehen waren. Die Ausstellung setzt dabei vor allem zwei Schwerpunkte: Auf der einen Seite sind dies Bühnenfiguren und Masken, also Werke, die aus seiner Leidenschaft für Oper, Theater und Puppenspiel entstanden, auf der anderen Seite zeichenhaft-abstrakte Aquarelle und Gemälde, deren Bildgestaltung das Vorbild musikalischer Strukturen spiegelt.

Der Höhepunkt der Ausstellung ist das Bild Die Sängerin L. als Fiordiligi, 1923, ein Werk, das Klee nicht nur genau vorbereitet, sondern auch mehrfach wiederholt hat. Nicht weniger als fünfmal hat er die Figur gestaltet, so häufig wie kein anderes Motiv in seinem Werk. Zwei Fassungen sind in der Ausstellung zu sehen: Das Hauptstück von 1923 und die davon abgeleitete handkolorierte Lithographie, die Klee nur an ausgewählte Sammler verschenkte. Eine weitere Fassung ist im Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München und wird zeitgleich in der Ausstellung der Pinakothek der Moderne zu sehen sein.

Neben privaten Leihgebern wurde die Ausstellung dankenswerter Weise auch von öffentlichen Museen mit Leihgaben unterstützt: Bechtler Museum of Modern Art, Charlotte (North Carolina, USA); Kunsthalle Karlsruhe; Franz Marc Museum, Kochel am See; Ulmer Museum, Ulm und andere.

Die Kuratorin der Ausstellung „Paul Klee – Musik und Theater in Leben und Werk“ ist Dr. Christine Hopfengart, ehemalige Leiterin der Paul-Klee-Stiftung, Bern.

 

DOKUMENTATION

Die ausgestellten Werke werden von einer umfangreichen Dokumentation zu Klees „musikalisch-theatralischer Biographie“ begleitet. Seine Auftritte als Geiger kommen hier ebenso zur Sprache, wie seine Tätigkeit als Musik und Theaterkritiker oder der Einfluss der Musik auf seinen Unterricht am Bauhaus. Besondere Aufmerksamkeit gilt darüber hinaus seinen Verbindungen zur Münchner Musik- und Theaterszene. Hier empfing er nicht nur prägende Eindrücke in den Aufführungen des Münchner Hoftheaters und bei seinen zahlreichen Konzertbesuchen, hier machte er vor allem auch die entscheidenden Schritte hin zu seiner „musikalischen Bildsprache“.

Parallel zur thematischen Ausstellung bietet die Galerie eine gesonderte Auswahl von Werken Paul Klees zum Verkauf an.

 

BEGLEITPROGRAMM

Die Galerie Thomas veranstaltet begleitend zur Ausstellung 'Paul Klee – Musik und Theater in Leben und Werk' fünf Themenabende, die Klees Verbindung zu Musik und Theater vertiefen. Die Klee-Abende in der Galerie Thomas umfassen Konzerte, in denen Werke von Bach und Mozart zur Aufführung kommen, sowie die Arie der 'Fiordiligi' aus 'Così fan tutte', weil Klee diese Werke besonders liebte; andererseits Werke zeitgenössischer Komponisten nach Bildmotiven Paul Klees, eine Aufführung mit Repliken von Klees Handpuppen sowie eine Lesung aus seinen Schriften, Briefen und Tagebüchern.

Paul Klee gehörte nicht nur zu den bildenden Künstlern des 20. Jahrhunderts, die sich am intensivsten mit Musik auseinandergesetzt haben, er war auch derjenige, der mit seinem malerischen Werk das umfangreichste Echo bei Musikern und Komponisten gefunden hat. Klee selber nahm Anregungen aus der Musik auf und gab sie auch wieder zurück. Mehr als 450 Kompositionen sind seit den 1940er-Jahren bis heute entstanden, die sich auf Klee und einzelne seiner Bilder beziehen. Die Inspiration durch Klee reicht bis in die Jetzt-Zeit hinein. Eine Vielzahl prominenter Kompositionen wird an den musikalischen Begleitabenden in unterschiedlichen Besetzungen interpretiert, darunter ein kompletter Zyklus des französischen Komponisten Francis Poulenc, bestehend aus sieben Liedern.

Zum Begleitprogramm

 

 

KATALOG

Ausstellungsbegleitend erscheint im Wienand Verlag das von Christine Hopfengart herausgegebene, gleichnamige Katalogbuch. Mit mehreren Beiträgen von kunsthistorischer und auch musikwissenschaftlicher Seite gibt der reich bebilderte Katalog Einblick in Klees „Doppel-Leben“ als Maler und Musiker – seine besondere Existenz als „Maler-Geiger“ – und das künstlerische Spannungsfeld, in dem er sich bewegte. Das Katalogbuch zeigt neben zahlreichen Photographien aus dem privaten Leben Klees sowie der Theater- und Musikszene der Zeit sämtliche ausgestellten Werke in farbigen, ganzseitigen Abbildungen.

Zum Katalog

 

Art Basel Miami Beach

7. - 10. Dezember 2017

Als eine der führenden internationalen Galerien für den Deutschen Expressionismus und die Klassische Moderne freut sich die Galerie Thomas, auf der Art Basel Miami Beach 2017 eine Sonderausstellung mit Werken von Alexander Calder und Joan Miró zu präsentieren.

Calder und Miró trafen sich zum ersten Mal 1928 in Paris und blieben bis zum Tod Calders im Leben des jeweils Anderen präsent. Ihre Freundschaft förderte einen künstlerischen Dialog an der Grenze zwischen Physik und Poesie, eine Kommunikation der frei schwebenden Formen. Verwandt in der kompositori-schen, formalen und ästhetischen Herangehensweise, zeugen ihre jeweiligen Oeuvres von der Suche nach einer neuen Ausdrucksweise in der Kunst.

Der künstlerische Dialog wird in den Gemälden, Skulpturen und Werken auf Papier beider Künstler am Stand der Galerie Thomas sichtbar. Natürlich darf weder ein Beispiel für Calders typische und berühmte Mobiles noch für Mirós unverwechsel-bare Bilder fehlen, die zwischen surrealistischem Symbolismus und lyrischer Abstraktion oszillieren.

Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt auf Meisterwerken des Blauen Reiter und der Brücke - z.B. von Emil Nolde, Alexej von Jawlensky, August Macke und Gabriele Münter, sowie auf weiteren Künstlern der Klassischen Moderne wie Marc Chagall und Chaim Soutine.

Marc Chagall verwendete den Eiffelturm oft in Gemälden. Grund dafür war die Tatsache, dass Chagall von der Stadt Paris überwältigt war und die ersten Eindrücke nach seiner Ankunft 1910 nie vergessen konnte.

Gabriele Münter

10. November 2017 - 10. Februar 2018

Als Mitglied der Künstlergruppe ‚Der Blaue Reiter‘ war Gabriele Münter nicht nur eine herausragende Malerin des Expressionismus, sondern sie gehörte auch zu den bedeutendsten weiblichen Künstlerpersönlichkeiten der Moderne in Deutschland. Im Jahr von Gabriele Münters 140. Geburtstag widmet die Galerie Thomas ihr eine umfassende Ausstellung. 

Zu sehen sind Beispiele ihres Schaffens aus allen Werkperioden, angefangen mit den kleinformatigen Landschaften, die zwischen 1903 und 1906/07 in Oberbayern, in Frankreich und auf Münters Tunisreise, stets in Begleitung von Wassily Kandinsky, noch in ganz impressionistischer Malweise entstanden sind. 

Vor allem aber zeigen wir Gemälde aus der hohen Zeit des Expressionismus und des Blauen Reiter, als Münter vielfach mit den anderen Vertretern des Blauen Reiter in München und im „Russenhaus“ in Murnau arbeitete, bis hin zu einem Beispiel für ihre Versuche in der abstrakten Malerei, das unter dem Einfluß von Kandinsky im Kriegsjahr 1915 in Zürich entstanden ist. 

Gabriele Münter, seit den 1920er Jahren wieder in Murnau - mit Unterbrechungen in Berlin und Paris -, hat bis zu ihrem Tod im Jahr 1962 ein umfangreiches Werk geschaffen, das sich stilistisch weiterentwickelt, ohne die starke Bindung an den Expressionismus zu verlieren. 

In ihren Landschaften und Stilleben, die aus drei Jahrzehnten des späteren Werkes in der Ausstellung vertreten sind, ist die Reflexion der Zeit des Blauen Reiter stets unverkennbar. Ihre ganz eigene malerische Bildsprache, die das Expressive und Farbige auf charakteristische Weise mit gefühlvoller Nuancierung und einer klassisch beeinflußten kompositorischen Ruhe verbindet, läßt sich in dieser Präsentation über das Oeuvre der Malerin wunderbar nachvollziehen. 

Die Ausstellung mit Werken von Gabriele Münter in der Galerie Thomas findet parallel zur großen Gesamtschau ‚Gabriele Münter. Malen ohne Umschweife‘ in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus statt, so daß sich die Gelegenheit ergibt, in München das Werk der Künstlerin wirklich umfangreich und in allen Facetten neu zu entdecken. 

Paper Positions Munich

27. - 29. Oktober 2017

Auf der 'Paper Positions Munich' präsentiert die Galerie Thomas Modern Werke von drei jungen Künstlern, die den Schwerpunkt ihres Oeuvres auf das Medium Papier gelegt haben: Simon Schubert (*1976), Martin Spengler (*1974) und Andreas Kocks (*1960).

Simon Schubert lässt aus einem einfachen Blatt Papier mit präziser, gestalterischer Technik des Faltens die Illusion eines dreidimensionalen Raumes entstehen. Bei einem bestimmten Lichteinfall entsteht die Vorstellung eines tiefen Raumes, mit Ansichten von Säulen, Türen und Treppen. Die Galerie Thomas Modern konnte Schuberts Werk bereits in vier Einzelausstellungen präsentieren - so zuletzt 2016 "Wo auch immer ist jetzt".

Martin Spengler schafft großformatige, oft weit in den Raum hineinragende Bildreliefs, die mit der tatsächlichen Wiedergabe von erkennbaren Strukturen, wie Gittern und Ornamenten einerseits und der totalen Auflösung des Bildes anderseits spielen.

Die reliefartigen, häufig in Graphit gefassten Papierarbeiten von Andreas Kocks entwickelten sich aus seinen bildhauerischen Zeichnungen, indem er begann mit dem Skalpell in die Zeichnungen hinein zu schneiden und dadurch Raum zu gewinnen. Der Widerspruch zwischen der Leichtigkeit und Verletzlichkeit des Materials und der Vitalität der zugrunde liegenden zeichnerischen und malerischen Geste verleihen den Werken ihre Kraft.

Nach dem großen Erfolg der 'Paper Positions' in Berlin findet die Kunstmesse nun auch in München statt. Parallel zur 'Highlights' präsentieren 35 Galerien zeitgenössische Kunst mit Fokus auf dem Material Papier.

Munich Highlights

25. - 29. Oktober 2017

Auf der Highlights 2017 präsentiert sich die Galerie Thomas mit Schwerpunkten zum Werk von Gabriele Münter sowie Alexander Calder und Joan Miró.

Wir zeigen auf der Messe eine Preview zu unserer ab 10. November 2017 in der Galerie geplanten Ausstellung, die sich dem Werk von Gabriele Münter widmet. Als Mitglied der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ war sie nicht nur eine herausragende Malerin des Expressionismus, sondern gehörte auch zu den bedeutendsten weiblichen Künstlerpersönlichkeiten der Moderne in Deutschland. Anlässlich ihres 140. Geburtstages präsentiert Galerie Thomas einen Querschnitt durch das Werk der Künstlerin.


Calder und Miró trafen sich zum ersten Mal 1928 in Paris und blieben bis zum Tod Calders im Leben des jeweils Anderen präsent. Ihre Freundschaft förderte einen künstlerischen Dialog an der Grenze zwischen Physik und Poesie, eine Kommunikation der frei schwebenden Formen.

Verwandt in der kompositorischen, formalen und ästhetischen Herangehensweise, zeugen ihre jeweiligen Oeuvres von der Suche nach einer neuen Ausdrucksweise in der Kunst, die zugleich die Einflüsse der Klassischen Moderne und die surrealistischen Errungenschaften berücksichtigt.

Der künstlerische Dialog wird in den Gemälden, Skulpturen und Werken auf Papier beider Künstler am Stand der Galerie Thomas auf der Highlights 2017 sichtbar. Natürlich darf weder ein Beispiel für Calders typische und berühmte Mobiles noch für Mirós unverwechselbare Bilder fehlen, die zwischen surrealistischem Symbolismus und lyrischer Abstraktion oszillieren. So wie Miró auch als Bildhauer arbeitete, widmete sich Calder der Malerei. Auf der Highlights präsentieren wir alle künstlerischen Ansätze und Techniken der beiden Meister und bieten damit die Möglichkeit, Ähnlichkeiten und Unterschiede, Analogien und Besonderheiten in ihren schöpferischen Oeuvres zu entdecken.


Als eine der führenden internationalen Galerien für den Deutschen Expressionismus und die Klassische Moderne zeigen wir darüber hinaus Werke von Emil Nolde, August Macke, Max Beckmann und eine Auswahl von Skulpturen u.a. von Gerhard Marcks, Fritz Klimsch und Fernando Botero.

Frieze Masters

5. - 8. Oktober 2017

Als eine der führenden internationalen Galerien für den Deutschen Expressionismus und die Klassische Moderne freut sich die Galerie Thomas, auf der Frieze Masters eine Sonderausstellung zu präsentieren, die das Werk von Alexander Calder und Joan Miró in den Mittelpunkt stellt. 

Calder und Miró trafen sich zum ersten Mal 1928 in Paris und blieben bis zum Tod Calders im Leben des jeweils Anderen präsent. Ihre Freundschaft förderte einen künstlerischen Dialog an der Grenze zwischen Physik und Poesie, eine Kommunikation der frei schwebenden Formen.

Verwandt in der kompositorischen, formalen und ästhetischen Herangehensweise, zeugen ihre jeweiligen Oeuvres von der Suche nach einer neuen Ausdrucksweise in der Kunst, die zugleich die Einflüsse der Klassischen Moderne und die surrealistischen Errungenschaften berücksichtigt.

Trotzdem gab es zwischen Calder und Miró auch viele Gegensätze. Der Amerikaner Calder war gesellig und laut, groß und kräftig, der Katalane Miró hingegen zurückhaltend und ruhig, klein und zierlich - aber sie verstanden sich auf Anhieb. Wenn man ihre Werke nebeneinander sieht, wird ein Grund dafür deutlich: sie sprachen dieselbe künstlerische Sprache, getränkt durch Lebensfreude, reiche Vorstellungskraft und einen ähnlichen Sinn für Humor.

Alexander Calder (1898 - 1976) gehört zu den innovativsten Schöpfern Kinetischer Kunst im 20. Jahrhundert. Als Calder 1926 in Paris weilte, begann er, Skulpturen aus Draht zu schaffen. Er folgte dem Zeitgeist, indem er sich bei seinen Werken auf Bewegung und Zeit konzentrierte. Er war der erste Künstler, der seine ästhetischen Prinzipien auf diesen Elementen aufbaute.

„Warum muss Kunst statisch sein? Der nächste Schritt ist die bewegliche Skulptur.“
Alexander Calder

„Eine einfache Linie - mit dem Pinsel gemalt - kann zu Freiheit und Glück führen.“
Joan Miró

Durch das Zusammentreffen mit den Surrealisten um André Breton veränderte sich das Werk von Joan Miró (1893 - 1983) grundlegend. Schritt für Schritt entwickelte Miró seine charakteristische bildhafte Sprache, voll von traumhaften und fantastischen Wesen. Ausgehend von dieser reichen Vorstellungskraft und poetischen Vision ersann der Künstler seinen eigenen Bildkosmos.

Der künstlerische Dialog wird in den Gemälden, Skulpturen und Werken auf Papier beider Künstler am Stand der Galerie Thomas auf der Frieze Masters 2017 sichtbar. Natürlich darf weder ein Beispiel für Calders typische und berühmte Mobiles noch für Mirós unverwechselbare Bilder fehlen, die zwischen surrealistischem Symbolismus und lyrischer Abstraktion oszillieren. So wie Miró auch als Bildhauer arbeitete, widmete sich Calder der Malerei. Auf der Frieze Masters präsentieren wir alle künstlerischen Ansätze und Techniken der beiden Meister und bieten damit die Möglichkeit, Ähnlichkeiten und Unterschiede, Analogien und Besonderheiten in ihren schöpferischen Oeuvres zu entdecken.

Die Galerie Thomas freut sich, nach der Ausstellung ‚Alexander Calder & Joan Miró' im Jahr 2010 bereits zum zweiten Mal einen Querschnitt von Werken dieser beiden Ausnahmekünstler zeigen zu können.

Fernando Botero

8. September - 4. November 2017

Eröffnung am 8. September, um 19 Uhr, im Rahmen der OPEN art

Ohne Zweifel gehört Fernando Botero heute zu den weltweit bekanntesten lebenden Künstlern, und seine Werke sind durch den berühmten Stil, den er seit den späten 1960er Jahren entwickelt hat, unverwechselbar.

Die voluminösen Übersteigerungen der menschlichen Figur, aber auch von Tieren und Gegenständen in seinen Gemälden, Zeichnungen und bisweilen monumentalen Skulpturen haben aber nicht nur einen hohen Wiedererkennungswert, sondern sind das Ergebnis der intensiven Auseinandersetzung Boteros mit der Kunstgeschichte des Abendlandes, dem Kanon der Kunst und dem kulturellen Erbe seiner südamerikanischen Heimat. So verbinden sich Paraphrasen auf die großen Meister und die Formensprache des Barock, aber auch der Rückgriff auf die Stilsprachen etwa Pablo Picassos mit Reminiszenzen an die typischen Formen der präkolumbianischen Kunst zu einem ebenso humorvollen wie ironischen Kommentar auf die Entwicklung der Kunst, der Möglichkeit, Wirklichkeit abzubilden und die ästhetische Grundfrage der Kunst schlechthin: Was ist Schönheit?

Fernando Botero wurde in der Galerie Thomas schon vielfach ausgestellt, und die Galerie begleitet das Werk des Künstlers seit Jahrzehnten. Ein Höhepunkt dieser Zusammenarbeit war sicherlich die Präsentation zahlreicher monumentaler Skulpturen des Künstlers auf der Berliner Museumsinsel im Jahr 2007. Zuletzt zeigte die Galerie Thomas Anfang diesen Jahres eine Ausstellung mit Fernando Botero und Pablo Picasso auf der Art Basel in Hongkong.

Aus Anlass des 85. Geburtstages, den Fernando Botero 2017 feiern konnte, veranstaltet die Galerie Thomas auch in München zur OPEN art eine Ausstellung mit Werken des kolumbianischen Meisters. Zu sehen sind Gemälde, Arbeiten auf Papier und Skulpturen aus drei Jahrzehnten, die einen eindrucksvollen Überblick über das einzigartige künstlerische Schaffen Fernando Boteros gewähren.

9x Emil Nolde

ab 28. August 2017

Emil Nolde und das Aquarell - nur wenige Maler der klassischen Moderne haben diese künstlerische Technik so virtuos gehandhabt und über Jahrzehnte geprägt wie dieser herausragende Vertreter des deutschen Expressionismus.

Noldes glühende Farben und seine Sicherheit in der Beherrschung des Aquarells, dessen zerfließende Farben und Verläufe das Gegenständliche der Darstellung und das Abstrakte der Flächen zu einem Seherlebnis miteinander verbinden, zeigen nicht nur seine meisterliche Technik, sondern auch, in welch hohem Grad Emil Nolde eine eigene Position innerhalb des Expressionismus und darüber hinaus einnimmt.

In einer konzentrierten Auswahl präsentiert die Galerie Thomas in ihrer Ausstellungsreihe "9 x" ausgesuchte Aquarelle Noldes, die zwischen 1910 und 1940 entstanden sind. Darunter sind Beispiele der wichtigsten Themen des Künstlers, Porträts und Figurenbilder ebenso wie Blumenstillleben und Landschaften. Alle Blätter sind besonders schöne Beispiele für Noldes Aquarellmalerei, und manche haben zudem einen persönlichen Bezug zu Noldes Biographie, wie etwa das Porträt Johanna Schieflers oder die Landschaftsdarstellung von Seebüll, seiner Wahlheimat und Inspirationsquelle des späten Werkes.

Art Basel

15. Juni 2017 - 18. Juni 2017, Halle 2.0, Stand H14

Auf der Art Basel 2017 präsentiert sich die Galerie Thomas mit einer besonderen Auswahl von Meisterwerken aus den Schwerpunkten des Galerieprogramms. Als eine der führenden internationalen Galerien für den Deutschen Expressionismus und die Klassische Moderne zeigen wir in Basel u. a. Werke von Alexej von Jawlensky, August Macke, Oskar Schlemmer sowie Marc Chagall, Pablo Picasso und Chaim Soutine.

Chaim Soutines Ölgemälde "Landschaft in Cagnes" entstand 1923/24 während eines Aufenthaltes in Cagnes-sur-Mer (Südfrankreich). Er malte das Städtchen, das auf einem Hügel gelegen ist, in vielen Variationen. In der vorliegenden Arbeit zieht der kraftvolle Pinselduktus den Betrachter förmlich in das Bild hinein. Der Sog scheint aber auch die umliegende Landschaft und die Häuser zu erfassen, die sich in einem Strudel den Biegungen der Straße anpassen. Die Bewegung verbleibt aber in der Bildkomposition. Soutine fasst sie ein und erzeugt dadurch eine bestimmende Prägnanz, der man sich nicht entziehen kann.  

Rund 30 Jahre später schuf Marc Chagall die "Série de Paris", eine Gruppe von Arbeiten, die zeigt, dass er nach seinem Umzug im Jahr 1950 wirklich in Frankreich angekommen war. Die poetischen Szenen, die er nun malte, setzte er vor den Hintergrund mit einem Panorama der Stadt Paris oder von Städten und Dörfern in der Provence. Für "Etude pour la nuit de Vence" aus dem Jahr 1953 schweben der Geiger, der Hahn und die Ziege, altbekannte Elemente, die er als Erinnerung an das Leben in seiner geliebten Heimatstadt Witebsk schätzte, am Nachthimmel, von tiefem Rot umgeben. Der Vollmond scheint auf eine dunkle Stadt, ein Liebespaar umarmt sich im Vordergrund.

Im Frühjahr 1963 malte Pablo Picasso mehrere Darstellungen eines Malers im Profil, dessen charakteristische Ikonographie der stark umrandeten Augen, der wirren, lockigen Haare und des Bartes mit Picassos Rembrandt in seiner Version von dessen "Selbstportät mit Saskia" vom März 1963 übereinstimmen. In diese Gruppe von Rembrandt-Porträts gehört auch das Gemälde "Tête d'Homme, profil", das wenige Tage zuvor entstanden ist. Hier erprobt Picasso sowohl die Physiognomie des niederländischen Meisters als auch die komplexe Raumperspektive in einer konzentrierten Komposition.

Im gleichen Jahr schuf der Avantgardist Lucio Fontana die Plastik "Concetto Spaziale". Die glasierte Keramik in Blau- und Grüntönen entstand als Unikat bei der Suche nach einer neuen Raumerfahrung - nicht nur für die Bildhauerei, sondern auch für die Malerei. Fontana ging es um die Öffnung von Räumen, indem er zum Beispiel mit spitzen Hilfsmitteln die Leinwand oder Bildoberfläche durchbohrte. 1958 öffnete er auf diese Weise monochrome Leinwände mit einem scharfen Messer. Der dabei entstandene Schlitz ließ die Illusion eines unendlichen Raumes dahinter entstehen. So durchbrach er die Zweidimensionalität seines Kunstwerkes, öffnete eine weitere Raumdimension und gab der Leere zugleich etwas Positives. Später übertrug er das gleiche Prinzip auf Reliefs aus verschiedenen Materialien und auf eiförmige Objekte aus Ton und Bronze.

ADOLF LUTHER

19. Mai - 29. Juli 2017

"Die ganze Paradoxie des Lichtes besteht darin, daß es die ganze Sichtbarkeit enthält, selbst aber unsichtbar ist." (Adolf Luther)

Licht als Material und die Überwindung der herkömmlichen Darstellungsformen der Kunst kennzeichnen das Werk von Adolf Luther, einem der bedeutendsten Exponenten der Op Art, der Lichtkunst und der konzeptuellen Kunst in Deutschland. Seine unverwechselbaren Spiegelobjekte, Skulpturen und Lichtinstallationen haben in der Folge von ZERO den Kunstbegriff in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren nicht nur erweitert, sondern grundsätzlich neu gefaßt. Bis heute üben die ebenso strengen wie poetischen Werke Adolf Luthers eine besondere Faszination aus, nicht zuletzt deshalb, weil der Künstler über die Beschäftigung mit dem Licht einen neuen Begriff der Wirklichkeit formulieren und einen Blick über die sinnlich wahrnehmbare Welt hinaus eröffnen wollte.

Die Galerie Thomas Modern zeigt in ihrer Ausstellung neben zahlreichen Licht- und Spiegelobjekten auch einen der frühesten, damals bahnbrechenden Laser-Räume Luthers.

Zum Künstler
Adolf Luther wurde 1912 in Uerdingen geboren und studierte zunächst Rechtswissenschaften in Bonn. Schon während seiner Tätigkeit als Jurist und Richter arbeitete er künstlerisch und setzte sich vorwiegend mit der Malerei auseinander. Seit 1958 konzentrierte er sich auf Licht und Bewegung als Material und gab seinen bürgerlichen Beruf auf, um sich ganz auf die Kunst zu konzentrieren. Adolf Luther wurde zu einem der Hauptvertreter der Lichtkunst, Op Art und konzeptuellen Kunst in Deutschland. Zahlreiche Ausstellungen, bedeutende Aufträge für Kunst im öffentlichen Raum und die Aufnahme in bedeutende Museumssammlungen belegen seine Bedeutung für die Kunstentwicklung seiner Zeit und bis heute. Luther starb 1990 in Krefeld.

AUGUST MACKE - Aus der Nähe

10. Februar - 13. Mai 2017

Die Galerie Thomas präsentiert in ihrer aktuellen Ausstellung August Macke "aus der Nähe" mit Zeichnungen, Aquarellen und Bildern aus dem Familienbesitz. Rund 50 Werke erlauben einen Einblick in das Schaffen des Künstlers vom Beginn seiner Stilfindung bis kurz vor den Ersten Weltkrieg, der auch diesem bedeutenden deutschen Expressionisten zum Verhängnis wurde.

Sehr deutlich läßt sich Mackes Weg zum "Blauen Reiter" nachverfolgen, bis hin zu seiner typischen Bildsprache, die, immer auf die Figur orientiert, das erste Augenmerk auf die Farbe legt und zugleich den starken Einfluß der französischen Fauves, insbesondere von Henri Matisse, spüren läßt. Es finden sich Blätter und Ölbilder, die autobiographisch motiviert sind und von Mackes Aufenthalten in seiner Heimatstadt Bonn oder am Tegernsee berichten. Ebenso häufig sind Bildnisse aus der Familie oder dem freundschaftlichen Umkreis, etwa seiner Frau Elisabeth oder seines Sohnes Walter. Impressionen des Alltags nehmen in Anlage und Komposition die Tunisreise vorweg, und auch Mackes Interesse an der Textilkunst wird in seinen phantasievollen farbigen Entwürfen faßbar.

August Macke war vielleicht der bodenständigste Expressionist, insbesondere im Umfeld des Blauen Reiters, dessen Nähe zu esoterischen Strömungen sich auf noch spirituellere Weise als bei den Künstlern der Brücke spürbar machte und bei August Macke dennoch nur eine sehr untergeordnete Rolle spielte. Im Unterschied etwa zu Kandinsky oder Jawlensky war Macke deutlich weniger vergeistigt und stattdessen den Urkräften und der Schönheit der Natur zugewandt – vielleicht eine geistige Verbindung zu Matisse.

Dennoch hat sich auch August Macke mit den Fragen der malerischen Abstraktion beschäftigt, und zwar zu einem sehr frühen Zeitpunkt, wie einige Arbeiten in der Ausstellung deutlich machen. Aber seine Naturnähe, seine Nähe zu den Menschen – darin viel näher an Franz Marc oder Gabriele Münter als den anderen Mitgliedern des Blauen Reiters und in seiner Humanität ganz offenkundig ein Rheinischer Expressionist – hat August Macke zeitlebens in seiner Kunst nach dem Schönen und Tiefen des Lebens suchen lassen. Und dies ganz im Sinne seines Diktums, das auch auf seiner letzten Ruhestätte steht:

"Bei mir ist Arbeiten ein Durchfreuen der Natur."

Art Basel Miami Beach 2016

1. - 4. Dezember 2016

Auf der Art Basel Miami Beach 2016 präsentiert sich die Galerie Thomas mit besonderen Highlights aus den Schwerpunkten des Galerieprogramms. Die Klassische Moderne, insbesondere der deutsche Expressionismus, und arrivierte Positionen der Kunst nach 1945 und der Gegenwart in Europa und Amerika bestimmen das Profil der Galerie. In Miami liegt der Akzent im Bereich der modernen Kunst dieses Mal auf singulären Künstlerpersönlichkeiten wie zum Beispiel Marc Chagall, Max Ernst oder Jean Arp.

Mit dem Gemälde "Femmes traversant une rivière en criant" von Max Ernst präsentieren wir ein bedeutendes Werk eines Hauptvertreters des Surrealismus. Entstanden im Jahr 1927, gehört das Bild in den Umkreis der Waldbilder und der sogenannten "Hordenbilder", einer Serie, mit der Max Ernst im selben Jahr begonnen hat. Die nur vage zu erkennenden, unförmigen und geisterhaften Gestalten mit den hochgeworfenen Armen gleichen den Figuren der "Horden" und zitieren zugleich die antikische Pathosformel der Klageweiber, so wie es auch im Titel anklingt. Dieses literarische Element, die rätselhaft bleibende Andeutung einer Geschichte ist ebenso typisch für Ernsts Schaffen wie die formale Gestaltung der an seine Stilmittel der Frottage und der Grattage orientierten, reliefhaft wirkenden Oberfläche.

Aus dem Umkreis des Surrealismus stammt auch Jean Arp, der wie Max Ernst zu den Gründungsfiguren der Dada-Bewegung zählt. In seinen späten Skulpturen, so auch in "L'agressif" von 1963, zieht Arp die Quintessenz seines Werkes und seiner künstlerischen Formensprache. "L'agressif" macht die im Titel schon - wenn auch ironisch - angesprochene innere Energie sichtbar, die die organischen Formen der Figuren Arps bestimmt. Das Ironische des Titels liegt in dem komischen Kontrapost und der Schwerpunktverschiebung in dieser charakteristischen Skulptur, die in typischer Weise ambivalent zwischen dem Aufscheinen einer vielleicht vogelartigen Figur und den amorph bleibenden schwellenden Formen changiert.

Ebenfalls in den sechziger Jahren entstanden, aber dem abstrakten Expressionismus zuzurechnen, steht Robert Motherwells Gemälde "Untitled" für die klassischen Positionen des amerikanischen Post-War - wenngleich Motherwells Malerei ihre Wurzeln im Surrealismus hat. Typisch für Motherwell, der im Unterschied zu den meisten Vertretern der expressiven Farbfeldmalerei durchaus literarische Einflüsse und symbolische Zeichen in seine Malerei integriert, ist die latente Ikonographie seines Werkes. Das Dreieck als zugleich geometrische und symbolische Form auf der einen Seite und die kraftvollen schwarzen Pinselstriche, die ein Zeichen, ein Auge oder eine abstrahierte Figur zu bedeuten scheinen, auf der anderen Seite, geben dem Gemälde eine besondere formale und inhaltliche Schwingung. Eine anspruchsvolle, eben nicht völlig informelle Malerei, die den Betrachter vor die Wahl stellt, Zeichen oder Formen zu sehen und sich so mit deren Verhältnis zueinander auseinander zu setzen.

Marc Chagall hat in seinem Gemälde "Sous le baldaquin" eine Quintessenz der in seinem Werk immer wiederkehrenden Motive aus seiner Heimatstadt Vitebsk geschaffen. Hier hat er es zum Schauplatz einer Hochzeit gemacht. Der farbenfroh gekleidete Bräutigam steht neben der Braut, die in einem Blumenmeer zu schweben scheint, unter dem roten Hochzeitsbaldachin. Bauern, Musikanten und Tiere rahmen die Szene ein.

SIMON SCHUBERT - Wo auch immer ist jetzt

11. November 2016 - 21. Januar 2017

In seiner jüngsten Ausstellung in der Galerie Thomas Modern zeigt Simon Schubert neue Arbeiten auf Papier, Faltungen und Graphitzeichnungen, sowie Skulpturen und Objekte. Räume und Innenansichten, Perspektiven und Durchblicke spielen wiederum eine herausragende Rolle - jedoch nicht nur im wörtlichen und sichtbaren Sinne, sondern auch auf eine metaphorische Weise.

Die gefalteten Papierarbeiten von Simon Schubert zeigen Innenräume und Raumfluchten, sie entstehen im Auge des Betrachters durch das Licht und den Schattenwurf der Oberfläche. Zudem spielen sie immer mit dem Motiv des im Bild selbst dargestellten Lichteinfalls. Dadurch haben sie einen ambivalenten, vergänglichen Charakter, wechseln zwischen dem Gefühl des Aufscheinens und des Verblassens. Auch ein Gefühl der Anwesenheit von Personen stellt sich ein, trotz der fast immer gänzlich menschenleeren Räume. Darin liegt zudem ein Zeitablauf, der auch in den Graphitarbeiten eine wesentliche Rolle spielt.

Hier bleibt der dargestellte Raum im wesentlichen unsichtbar, eingehüllt in die Schwärze des Graphits der Zeichnung, aber das so empfundene Dunkel wird durch den zum Teil gleißenden Lichteinfall durchbrochen. Die Motive - Räume, Fenster, Türen, Treppenhäuser - intonieren wie die Faltungen das Thema des Hineinziehens in den Raum, das Durchschreiten des Raumes und damit auch das Durchlaufen der Zeit. Die Kerze als Motiv macht dies als allgemeingültiges Symbol der Vergänglichkeit, der Zeit, aber auch der Hoffnung zusätzlich sinnfällig.

Alle Werke Schuberts - insbesondere auch die skulpturalen Arbeiten und das große Selbstporträt - drehen sich somit auch um das Thema der Introspektion und heben den physischen, räumlichen Aspekt auf eine psychologische Ebene. Die nicht weiter verorteten Räume haben eine labyrinthische Konnotation, sie sind zugleich Metaphern für Innenwelten.

Diese ins Unendliche sich richtenden, oftmals barocken Räume verweisen auf Schuberts Beschäftigung mit strukturalistischen Theorien, und so nimmt es nicht wunder, daß eines der Hauptwerke des Strukturalismus von Gilles Deleuze, das sich mit barocken Räumen und Formen beschäftigt, "Die Falte" betitelt ist.

Aber auch das Element der Zeit beruht - neben der räumlichen Unendlichkeit - auf den vielfältigen literarischen Bezügen der Arbeit von Simon Schubert, die sich auch im Titel der Ausstellung wiederfinden. Die eigentlich unzulässige Verknüpfung von Zeit- und Ortsangabe in "Wo auch immer ist jetzt" ist ein abgewandeltes Zitat aus einem der berühmtesten Kinderbücher der Literaturgeschichte, "Peter Pan". Dessen von der Zeit abgekoppelte Existenz im utopischen Raum von "Nimmerland", wo die Zeit angehalten und Kinder nicht erwachsen werden, ist eine Metapher der innerlichen psychischen Welt, ganz so wie Simon Schuberts formal virtuose Bildraumschöpfungen.

HIGHLIGHTS - Internationale Kunstmesse München

26. - 30. Oktober 2016

Auch auf der diesjährigen Highlights präsentiert die Galerie Thomas herausragende Werke von Künstlern aus ihrem Programm. Das Thema des Messeauftritts sind kleine Formate, die in der Beschränkung der Form auf besondere Weise die Virtuosität der Künstler hervortreten lassen.

Die Auswahl der Künstler und Werke spiegelt die Schwerpunkte des Galerieprogramms in der Klassischen Moderne, dem Deutschen Expressionismus und der herausragenden Vertreter der Gegenwartskunst in Deutschland wider. So ergibt sich auch ein selektiver Überblick über die Kunst der Moderne im kleinen Format. Zu sehen sind aus dem Bereich der Klassischen Moderne Werke von Künstlern des "Blauen Reiter" und der "Brücke" wie Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky, Franz Marc, Emil Nolde und Erich Heckel, aber auch Arbeiten von bedeutenden Einzelpositionen wie etwa Marc Chagall, Pablo Picasso oder Egon Schiele. Die Nachkriegsmoderne ist mit Werken von Joseph Beuys bis Sigmar Polke vertreten, und das Panorama reicht bis in die unmittelbare Gegenwart mit malerischen Positionen zum Beispiel von Imi Knoebel oder Pia Fries.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der eng mit München verbundenen Hauptvertreterin des "Blauen Reiter", Gabriele Münter. Zusammen mit Kandinsky, Jawlensky und Marc hat sie diesen Höhepunkt der Vorkriegsavantgarde entscheidend geprägt und auch in den Jahrzehnten danach ein eindrucksvolles und eigenständiges malerisches Werk geschaffen. Wir freuen uns, eine kleine Auswahl aus dem Schaffen Gabriele Münters zeigen zu können, das ein konzentriertes Bild ihrer Kunst vermittelt. Besonders glücklich sind wir, mit dem Ölgemälde "Blick aus dem Fenster des Bonner Hauses" ein kleines Juwel zu präsentieren.

PETER HALLEY - SAW

9. September 2016 - 5. November 2016

Die Galerie Thomas Modern zeigt zur Saisoneröffnung mit der OPEN art 2016 neueste Werke von Peter Halley. Die vier großformatigen Gemälde "SAW" I - IV nennt Peter Halley "grid paintings", also "Rasterbilder", mit welchen er seit 2014 eine neue formale Komponente in sein Schaffen einführt.

Halley erforscht in seinem Werk geometrische Muster, Farben und Oberflächenstrukturen sowie deren Organisation und stellt so eine Untersuchung der Strukturen moderner technologischer Ordnungen von Kommunikationssystemen, Architekturen, Versorgungsinfrastrukturen und dergleichen an. Die Vorherrschaft digital bestimmter Layouts in Rahmen und Schichten ist in allen seinen Arbeiten sichtbar.

In seinen neuesten Werken legt Halley den Schwerpunkt auf rechteckige Farbfelder ohne Umrißlinien, wie sie in seinen sogenannten "cells" (Zellen), "prisons" (Gefängnissen) und "conduits" (Leitungen) früherer Werke vorkommen. In diesen neuen Bildern stellen sich Assoziationen von großformatigen Bilderpixeln ein und verweisen auf Halleys Befragung der Organisation und Konstruktion von Raum, Kommunikation und ihrer Regulierung, aber auch auf unsere immer stärker abstrahierte Wahrnehmung der Wirklichkeit über digitale Bildoberflächen von LED-Bildschirmen, Computerscreens und den allgegenwärtigen Touchscreens von Mobiltelefonen, Tabletcomputern oder Navigationssystemen.

Peter Halleys "grid paintings" scheinen einen widersprüchlichen Kommentar auf die Konkurrenz zwischen digitalem und analogem Bild abzugeben und verweisen damit auch auf eine zeitliche Struktur, soweit das völlig ephemere, vergängliche digitale Bild betroffen ist. Es bleibt unklar, ob die Gemälde sich wie in der extremen Vergrößerung einer digitalen Darstellung auf ein Detail im Zeitablauf oder der Farbkombination beziehen oder ob es sich um eine zufällige Auswahl handelt, die dem Betrachter eine bestimmte Sichtweise aufzwingt. Zugleich sind die scheinbaren, extrem vergrößerten "Pixel" zu realen, ganz analogen, materiell erfahrbaren Farbflächen geworden.

Wie um diesen Kontrast zu verstärken, verleiht Peter Halley den Farbflächen eine reliefhafte, haptische Oberfläche und widerspricht damit noch stärker dem Charakter der eigentlich körperlosen, nur aufscheinenden digitalen Pixel, die nur in tausendfacher Kombination eine Farbe, ein Bild, eine Darstellung - also eine komplexere Information - geben können. Auch wenn die strengen Regeln der Komposition klar ersichtlich sind, zeigt Peter Halley auf diese Weise, wie die Hierarchie der Information die Regeln der Wahrnehmung beeinflusst.

In diesen denkbar minimalen, aber großformatigen Rastern bleiben die klar abgegrenzten Farbflächen ohne Informationsgehalt oder symbolische Bedeutung. Die Farbkontraste sind zunächst die einzige Information, während die Komposition kontingent wirkt und das zugrundeliegende Ordnungsmuster oder Anordnungsschema nicht deduzierbar ist. Dennoch stellt sich die Frage, ob die Abfolge und das Größenverhältnis der Flächen zueinander nicht doch einen Code beinhalten. Halley thematisiert hier die Bedeutung und Rolle der Geometrie: ist sie ein der Welt zugrundeliegendes Muster, eine Enthüllung der geheimsten Ordnungssysteme, oder aber ein vom Menschen erdachtes, dem organischen
oppositionelles, starres Erklärungsschema?

Der Kontrast zwischen der Kälte der Mathematik, der Geometrie und der Wärme der Farbe, der sinnlichen Wahrnehmung führt ins Zentrum von Halleys künstlerischer Kritik an den Beschränkungen der systematischen Vermessung und Einteilung der Welt. Er verhandelt damit zugleich eine der ältesten ästhetischen Theorien, nach der das Schönheitsempfinden von Proportionen gesteuert wird. In der Geschichte der Kunst gab es intensive und vielfältige Versuche, den mathematischen Regeln der Schönheit auf den Grund zu kommen - man muss nur an Leonardos vitruvianischen Menschen und die
Bedeutung des goldenen Schnitts erinnern.

Halley geht also in diesen neuen Arbeiten einen Schritt weiter vom architektonischen Prinzip, das in seinen "prison paintings" vorherrscht, zur reinen geometrischen, abstrakten Komposition, die er auf spektakuläre Weise und im Widerspruch zu allen früheren künstlerischen Strömungen der geometrischen Abstraktion, des abstrakten Expressionismus, der Pop Art oder der Minimal Art, von der Ungegenständlichkeit löst und sie unmittelbar mit der Wirklichkeit der Lebenswelt verbindet.

Zum Künstler

Peter Halley erlangte erste Bekanntheit Mitte der 1980er Jahre mit seinen diagrammartigen Darstellungen seiner geometrisch verfremdeten cells und prisons in starken, fluoreszierenden Farben.
Seit den 1990er Jahren schuf Halley ortspezifische Installationen, in welchen er seine Bilder in große, die Wände überziehende Digitaldrucke integrierte.

Von 1996 bis 2005 gab Halley das index magazine heraus, das Interviews mit unzähligen Künstlerpersönlichkeiten in den Mittelpunkt stellte. Für seine Kunstkritiken erhielt er 2001 den Frank Jewett Mather Award der renommierten College Art Association.
Von 2002 bis 2011 war er Director of Graduate Studies für Malerei und Graphik in Yale. Jüngste Ausstellungen mit Werken von Peter Halley waren die Eröffnungsausstellung "America is Hard to See" im Whitney Museum of American Art, eine Einzelausstellung im Santa Barbara Museum of Art und, aktuell, seine große Installation in der Rotunde der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main.

Die Galerie Thomas Modern vertritt Peter Halley in Deutschland exklusiv und hat sein Werk in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, zuletzt mit einer großen Wandinstallation auf der Art Basel Unlimited 2016.

PIA FRIES - OXIPONTON

24. Juni 2016 - 23. Juli 2016

Anläßlich des diesjährigen Kunstwochenendes München präsentiert die Galerie Thomas Modern unter dem Titel "oxiponton" eine Ausstellung mit vielen neuen Werken von Pia Fries.

Pia Fries, 1955 in Beromünster (Schweiz) geboren, gehört zu den profiliertesten und stilistisch eigenständigsten Malerinnen ihrer Generation. Nach einem Studium der Bildhauerei in Luzern und der Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf, als Meisterschülerin von Gerhard Richter, übernahm sie Professuren an den Akademien in Karlsruhe und Berlin. Seit 2014 ist sie Professorin für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Seit den 1990er Jahren entwickelt Pia Fries ihren unverwechselbaren malerischen Ansatz und zeigte ihre Werke auf zahlreichen internationalen Ausstellungen wie der Biennale von Venedig und in großen Einzelausstellungen in den Museen von Winterthur, St. Gallen, Bonn und Karlsruhe.

Für ihre zum Teil großformatigen Gemälde arbeitet Pia Fries mit Öl und Siebdruck auf Holz. In den stets ungegenständlichen, gestisch und expressiv anmutenden Arbeiten spielt die Materialität der Farbe und das Verhältnis von Bild und Grund die herausragende Rolle. Hinzu kommt das mindestens virtuelle Ausgreifen in den Raum, eine Ahnung von Fortführbarkeit der dichten, reliefhaften Farbschlieren über die Grenzen der Bildtafel hinaus, die sie in ihren Diptychen und mehrteiligen Bildern besonders betont und augenfällig macht. Dies wird auch darin deutlich, daß Pia Fries ihre Kompositionen aus mehreren Bildtafeln als Konstellationen bezeichnet. In diesem Begriff steckt eine zeitliche, ephemere Komponente, die den Aspekt des Zufälligen, Kontingenten spiegelt.

Der Farbauftrag selbst ist oftmals von starker Pastosität und einer Reliefhaftigkeit, die Pia Fries durch geradezu bildhauerische, plastische Behandlung der Farbe erreicht. Die spürbare Tendenz zur unendlichen Weiterbearbeitung, die ihre Bilder ausstrahlen, verweist auf das künstlerische Anliegen, sich mit der Wirkmächtigkeit und Bedeutung von Farbe jenseits irgendwelcher Bezugssysteme auseinanderzusetzen.

Die Titel ihrer Werke besitzen einen zumeist kryptischen Charakter, der dennoch einen Bedeutungsverdacht aufkommen läßt, ohne daß sich das Rätsel ihrer Aussage lösen läßt. Vielmehr suggerieren die Titel die Existenz eines mit den bekannten Kategorien nicht faßbaren Zusammenhangs, einer Strukturform jenseits der zugänglichen Verweissysteme und Ordnungs-schemata, die nur auf dem Weg über das Bild als Bild begreiflich gemacht werden kann.

Die Künstlerin hat in ihrem Werk auf konsequente Weise eine der komplexesten malerischen Positionen entwickelt, denn ihre Werke sind sowohl technisch-formal wie inhaltlich gleichermaßen ansprechend und anspruchsvoll. Die virtuose Beherrschung der ästhetischen Mittel entspricht dabei der Höhe ihres bildtheoretischen Ansatzes. Im Grunde erreicht Pia Fries eine neue, aktuelle Stufe in der modernen Geschichte der Suche nach dem autonomen Bild.

 

Art Basel Unlimited

16. Juni 2016 - 19. Juni 2016, Halle 1.0, Stand U57

Die Galerie Thomas präsentiert auf der diesjährigen Art Basel Unlimited eine eigens zu diesem Anlaß geschaffene große Wandinstallation mit neuen Gemälden. Unter dem Titel "Weak Force" arrangiert Peter Halley seine großformatigen "Grid-Paintings" auf einem die 18 Meter lange Wand überziehenden ornamentalen Muster und erzeugt durch den Kontrast nicht nur eine enorme ästhetische Wirkung, sondern formuliert zugleich seine künstlerische Befragung unserer modernen Wahrnehmungs- und Ordnungssysteme.

In seinem Werk erforscht Halley geometrische Muster, Farben und Oberflächenstrukturen sowie deren Organisation und stellt so eine Untersuchung der Strukturen moderner technologischer Ordnungen von Kommunikationssystemen, Architekturen, Versorgungsinfrastrukturen und dergleichen an. Die Vorherrschaft digital bestimmter Layouts in Rahmen und Schichten ist in allen seinen Arbeiten sichtbar. In seinen neuesten Werken legt Halley den Schwerpunkt auf rechteckige Farbfelder ohne Umrißlinien, wie sie in seinen sogenannten cells, prisons und conduits früherer Werke vorkommen. In diesen neuen Bildern stellen sich Assoziationen von großformatigen Bilderpixeln ein und verweisen auf Halleys Befragung der Organisation und Konstruktion von Raum, Kommunikation und ihrer Regulierung.

Peter Halleys Grid Paintings scheinen einen widersprüchlichen Kommentar auf die die Wand überziehenden Muster explodierender Farbzellen zu geben, die gleichzeitig sichtbar sind und verweisen damit auch auf eine zeitliche Struktur. Es bleibt unklar, ob die Gemälde sich auf ein Detail im Zeitablauf oder der Farbkombination beziehen oder ob es sich um eine zufällige Auswahl handelt, die dem Betrachter eine bestimmte Sichtweise aufzwingt. Auch wenn die strengen Regeln der Komposition klar ersichtlich sind, zeigt Peter Halley zugleich, wie die Hierarchie der Information die Regeln der Wahrnehmung beeinflußt.

Indem er die konventionellen Erwartungen an Darstellung und Hintergrund (oder an Bild und Wand) auf den Kopf stellt, verbindet Peter Halley ironisch die sonst getrennten historischen Strömungen von geometrischer Abstraktion, abstraktem Expressionismus und Pop Art. Damit weist er deutlich auf die Fragilität hin, die in der scheinbaren Solidität dessen liegt, was wir konstruieren.

Die Galerie Thomas vertritt Peter Halley in Deutschland exklusiv.

Art Basel

16. Juni 2016 - 19. Juni 2016, Halle 2.0, Stand H14

Für die Art Basel 2016 hat die Galerie Thomas eine Auswahl von Meisterwerken der klassischen Moderne getroffen und präsentiert herausragende Gemälde von Meistern des "Blauen Reiter", des Bauhauses und der internationalen Moderne. Daneben sind natürlich Spitzenwerke des deutschen Expressionismus, Kern des Galerieprogramms, und bedeutende Einzelpositionen auf dem Messestand der Galerie Thomas zu bewundern.

Alexej von Jawlenskys "Frauenkopf", um 1913 in der Hochphase des "Blauen Reiter" entstanden, markiert in glühenden, intensiven Farben den Höhepunkt des Expressionismus im Schaffen des Künstlers. Nur wenige Konturlinien begrenzen den Frauenkopf, den der Künstler aus blauem Hintergrund hervortreten läßt und mit komplementären Farbflächen in Grün, Rot, Gelb und Orange herausmodelliert. Zugleich steht das Werk für die Hinwendung Jawlenskys zur Darstellung des menschlichen Antlitzes, das sein Oeuvre fortan bestimmen sollte.

In den 1930er Jahren malte Marc Chagall das Gemälde "L'homme au parapluie", eine Reminiszenz an seine Heimatstadt Witebsk und das Schtetl, in dem er seine Kindheit verbrachte. Chagall verwendet auch hier Motive, die immer wieder in seinen Bildern auftauchen. In "L'homme au parapluie" hat er sein Elternhaus dargestellt: über der Tür steht "Laden", und gemeint ist der Laden seiner Mutter. Witebsk, wie er es gekannt hatte, wurde im Krieg weitgehend zerstört, doch es blieb bis zu Chagalls Tod in seinen Bildern und in seinem Herzen lebendig, so auch in diesem Werk.

Ernst Barlach

3. Juni 2016 - 23. Juli 2016

Der künstlerische Werdegang des 1870 geborenen Dramatikers, Malers und Bildhauers Ernst Barlach war geprägt vom Ringen um die reine Form, die in ihrer Äußerlichkeit die Innerlichkeit des Menschen zum Ausdruck bringt. Die Aufhebung dieser scheinbaren Widersprüchlichkeit beschäftigte den Künstler viele Jahre und führte ihn über den Jugendstil und die Unverbindlichkeit des Ornamentalen erst mit 36 Jahren zu seiner spezifischen, erdgebundenen Auffassung von Skulptur und Plastik.

Einer "Schule" schloß sich Ernst Barlach nie an und auch seine Studienaufenthalte in Paris führten ihn nicht zum Ziel. Der Expressionismus mit seiner konzentrierten Sicht auf den Menschen entsprach ihm am ehesten, doch dieses Empfinden konnte er zunächst nicht künstlerisch umsetzen. Erst eine Rußlandreise im Jahr 1906, die er gemeinsam mit seinem Bruder unternahm, wurde zu seinem Schlüsselerlebnis. Ähnlich wie die Künstler der Brücke, die die "primitive" Kunst für sich entdeckten, erfuhr Barlach in Rußland die unverstellte Wahrhaftigkeit des dortigen einfachen Lebens als Inspiration für seine künstlerische Arbeit und in der plastischen Umsetzung von Seelenzuständen fand er zu seiner genuinen Ausdruckskraft.

Die mannigfaltigen, auf dieser Reise entstandenen Skizzen führten im heimischen Atelier zu einer Reihe plastischer Figuren: Die vom Leben benachteiligten, einfachen und Gott zugewandten Menschen wie Bettler, Bauern, Seher, Alte, Mütter und Mönche wurden Barlachs bevorzugte Themen. In ihnen erkannte er eine Innerlichkeit, die er als darstellungswürdig empfand, bar jedes leeren Pathos.

Barlach hüllte seine Figuren in schwere Stoffe, obwohl er die Anatomie des nackten menschlichen Körpers auswendig kannte. Dies hat dem Künstler oft den Vergleich mit gotischen Gewandfiguren eingebracht, auch in Abgrenzung einer antiken, südländisch verstandenen Nacktheit. Doch während in der Gotik das skulpturale Gewand bisweilen ein Eigenleben führt und Körperlichkeit negiert, macht Barlach eben jene ausschließlich durch das Gewand sichtbar. Bewegtheit und Masse sind bei Barlach keine Widersprüche. Die äußere, geschlossene Form wird auf Wesentliches reduziert und in ihrer verinnerlichten Weltabgewandtheit transportieren seine Figuren Seelenzustände aller Dimensionen des Empfindens, die der vielseitige Künstler in verschiedenen Materialien virtuos zum Ausdruck bringen konnte und dafür Holz, Stein, Klinkermasse und Bronze gleichermaßen bearbeitete.

Von den Nationalsozialisten verfemt, verteidigte er seine Kunst vehement gegen deren Gewaltherrschaft und mußte zu Lebzeiten die Demontage seines Werkes hinnehmen. Seine Rehabilitierung konnte der 1938 gestorbene Ernst Barlach nicht mehr erleben.

Doch die Rezeption des stark in Norddeutschland verorteten Künstlers ist zunehmend europäisch geworden und die Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten seines Werks platziert Ernst Barlach unter den bedeutendsten Bildhauern des deutschen Expressionismus und weist ihm seinen Platz unter den herausragendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zu.

Otto Piene - Figur und Farbe

13. Mai 2016 - 23. Juli 2016

Unter dem Titel "Figur und Farbe" präsentiert die Galerie Thomas Modern starkfarbige, gestische Temperaarbeiten von Otto Piene. Der Künstler verwendet in diesen Werken auf den ersten Blick ungewöhnliche figürliche Darstellungen und interpretiert in diesen noch kaum bekannten Werken seine großen künstlerischen Themen Licht, Farbe und Bewegung auf eindrucksvolle Weise neu.

Als Mitbegründer von ZERO waren für Otto Piene Licht und Farbe die bestimmenden Elemente einer Kunst, die sich von den überkommenen Regeln der Bildsprache lösen und neue Gültigkeit erlangen wollte. Mit seinen Lichtballetten, kinetischen Lichtobjekten und den Feuerbildern erkundete Piene diese unmittelbare, aber auch dem zufälligen, unkontrollierten Spiel des Materials und des Lichts Raum gebende künstlerische Wirkung.

In den Temperabildern dominieren kräftige Farben in kontrastreichen Kombinationen, die Darstellung zeigt häufig expressive Figuren. Die Grundfarben rot, blau und gelb sowie schwarz und weiß erzeugen in der jeweiligen Kombination nicht nur eine starke Farb-, sondern auch eine Lichtwirkung. Die Malweise als solche übersetzt die für Piene so wichtige Vibration des Lichtes ins Bild.

Fast alle Arbeiten sind eigentlich Bewegungsbilder von Einzelfiguren oder Figurengruppen, manche zeigen die Cellistin und Performancekünstlerin Charlotte Moorman, so daß, wie in den blauen, Richard Wagner zitierenden Arbeiten, die Musik als Assoziation einer immateriellen, zeitgebundenen Kunst des Klanges präsent ist. Andere variieren das Motiv des Auges, welches wiederum seit jeher als ein Symbol und Äquivalent des Lichtes gilt, ganz im Sinne von Pienes Auffassung, wonach die Dinge und die Welt erst durch das Licht geschaffen werden.

Darin steckt auch das Interesse an der Dematerialisierung des Kunstwerks, wie es Piene und die ZERO-Bewegung verfolgt haben. Otto Piene hat aus dieser Tendenz und im Bestreben, Bewegung und - was gerne vergessen wird - auch die Zeit, den Zeitablauf ins Werk zu setzen, große Luft- und Himmelsskulpturen geschaffen, die sogenannten "Inflatables". Schon 1968 konnte Piene auf diese Weise das Paradox des Vergänglichen, Immateriellen mit großer optischer, farbiger und leuchtender Präsenz realisieren. Die Skulpturen dieser Sky-Events erinnern häufig an riesige Blüten oder Sterne, die sich monumental in ihrer Größe, aber mit ebenso großer Leichtigkeit im Wind vor dem Blau des Himmels oder, bei Nacht, in dem sie anstrahlenden Licht wiegen - ein Motiv, das auch Jahrzehnte später in den in der Galerie Thomas Modern ausgestellten Temperaarbeiten wiederzufinden ist.

Otto Piene selbst charakterisiert seine Papierarbeiten als "frei phrasiert" und "lebhaften Prozessen ausgesetzt". Er schreibt: "Spontaneität und Intuition - der blitzartige Einfall zur blitzartigen Verwirklichung - sind typische Elemente künstlerischer Freiheit in den Papiermedien, und spontaner, subjektiver Ausdruck ist die Folge."

Art Cologne

14. April 2016 - 17. April 2016, Halle 11.1, Stand A10

In diesem Jahr besteht die ART COLOGNE seit 50 Jahren und ist damit nur etwas jünger als die Galerie Thomas, die vor zwei Jahren ihr 50. Jubiläum begehen konnte. Von Anfang an war die Galerie Thomas auf dem Kölner Kunstmarkt und der daraus entstandenen ART COLOGNE präsent, gehörte Raimund Thomas doch zu den Begründern der Messe. So ist es eine besondere Freude, daß der diesjährige ART COLOGNE-Preis an Raimund Thomas vergeben wird.

Genügend Anlässe für eine Messepräsentation der besonderen Art: das große Jubiläum soll in diesem Jahr mit kleinen Bildern gefeiert werden. Die Galerie Thomas möchte einen umfassenden Überblick über die von der Galerie ausgestellten und gehandelten Künstler aus 50 Jahren geben. Um den Rahmen nicht zu sprengen, ist dies natürlich nur mit kleinformatigen Werken möglich. Der Reiz liegt dabei nicht nur in der Fülle und der Vielfalt, sondern vor allem in der Konzentration und der Präzision, die das kleine Format den Künstlern abverlangt.

Marc Chagall gehört zu den großen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, deren Werk die gesamte Moderne zu umspannen scheint und das sich jeder Zuordnung oder Eingruppierung widersetzt. "L'homme au parapluie" vereint beispielhaft Chagalls unverwechselbaren Stil und die seine Arbeit bestimmenden Themen des einfachen, ja bäuerlichen Lebens, der nostalgischen, aber ins Zeitlose gesteigerten Rückschau und des mystischen Lebensgefühls, das bei Chagall vielleicht am treffendsten als "das Zauberhafte" bezeichnet werden kann.

Oskar Schlemmers "Halbfigur" zeigt auf engstem Raum alle charakteristischen künstlerischen Bestrebungen auf, die Schlemmer in dieser Phase seines Schaffens verfolgt hat. Als Entwurfszeichnung für eine große Wandgestaltung - eine Aufgabenstellung, die den Künstler seit seiner späten Bauhauszeit intensiv beschäftigt hat - formuliert er hier am Beispiel einer einzelnen Figur Volumen, Raum und Tiefe, Gleichgewicht der Körper, Rhythmus und Lichtkontrast in seiner unverwechselbaren und eigenständigen, im besten Sinne modernistischen Bildsprache.

Die amerikanische Pop Art gehört zu den wichtigen Standbeinen der Galerie Thomas Modern und Tom Wesselmann schuf einige der bekanntesten Ikonen dieser Stilrichtung. In seiner "Study for Bedroom Painting" vereint Wesselmann auf kleinstem Raum seine typischen Bildelemente und die Bildsprache der Alltags- und Werbeästhetik. Auf charakteristische Weise erzeugt er mit diesen Mitteln eine hintergründige Ambivalenz des privaten, erotischen Bildthemas.

Bernd Zimmer gehörte zu den wichtigsten Exponenten der sogenannten "Neuen Wilden", die sich in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts anschickten, die vielfach totgesagte Malerei mit ihrer Expressivität und Unmittelbarkeit zu erobern und auch in Ausstellungen der Galerie Thomas einem breiten Publikum bekannt wurden. Aus der Tradition des deutschen Expressionismus - und so mit einem schönen Rückverweis auf einen der Schwerpunkte der Galerie Thomas - hat Bernd Zimmer bis in die Gegenwart eine farbkräftige, intensive Malerei entwickelt. Erst kürzlich stellte er in seinem Werkzyklus "Kirchner reloaded" eine erneute Verbindung zum Expressionismus der "Brücke" her.

Stephan Balkenhol, einer der profiliertesten und bedeutendsten deutschen Bildhauer der Gegenwart, schafft seine Skulpturen in einem für ihn typischen, fast roh erscheinenden Stil, dem die zarte farbige Fassung in eigentümlicher Weise zu widersprechen scheint. Der kleine, intim wirkende Porträtkopf stellt eine nicht zu identifizierende Person dar, eine Art Standardfigur Balkenhols, die am ehesten als Selbstporträt zu lesen ist. Gerade diese Unsicherheit und Anonymität des ganz Nahen ist es, die als zentral für seinen künstlerischen Ansatz betrachtet werden kann.

 

Speziell für die Art Cologne haben wir einen Katalog im Miniaturformat für Sie gestaltet, in dem wir eine Auswahl der ausgestellten Kunstwerke präsentieren.

Art Basel Hong Kong

24. März 2016 - 26. März 2016, Stand 3D14

Nach der erfolgreichen ersten Teilnahme der Galerie Thomas an der Art Basel Hong Kong freuen wir uns, auch im Jahr 2016 mit herausragenden Werken auf der Messe vertreten zu sein. Der Fokus liegt auf dem Hauptprogramm der Galerie, das wir mit signifikanten Werken von Künstlern wie Marc Chagall, Andy Warhol oder Fernand Léger präsentieren. Zusätzlich wird sich ein Teil des Messeauftrittes auf die Kleinskulptur konzentrieren.

Paul Klees "Noch heiß und fremd einher" ist nicht nur ein typisches Beispiel für seine poetisch-verrätselten Bildkompositionen, sondern auch charakteristisch für Klees Auseinandersetzung mit einer geometrisch-ungegenständlichen Bildsprache in den 1930er Jahren. Anders als in den abstrakten Kompositionen der Bauhaus-Zeit verzichtet Klee aber hier auf die frühere Komplexität zugunsten einer bemerkenswert kraftvollen und dynamischen Formenwahl.

Marc Chagall hat in seinem Gemälde "Sous le baldaquin" eine Quintessenz der in seinem Werk immer wiederkehrenden Motive aus seiner Heimatstadt Vitebsk geschaffen. Hier hat er es zum Schauplatz einer Hochzeit gemacht. Der farbenfroh gekleidete Bräutigam steht neben der Braut, die in einem Blumenmeer zu schweben scheint, unter dem roten Hochzeitsbaldachin. Bauern, Musikanten und Tiere rahmen die Szene ein.

Die "Capri-Batterie" von Joseph Beuys, einem der einflußreichsten und bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts in Deutschland, hat mittlerweile ikonenhaften Status erreicht. In der Spätphase seines Schaffens entstanden, vereinigt sie mehrere Themen des Künstlers wie das Verhältnis von Kultur und Natur, ihre Energieströme und die für Beuys immer wichtiger gewordene Frage der Ökologie mit dem charakteristischen, ebenso lakonischen wie subversiven Witz des Künstlers.

Marc Quinn gehört zu den eigenständigsten und vielfältigsten britischen Künstlern seiner Generation. In "Hudson Bay Wolf Pack" thematisiert er in hyperrealistischer Malweise den surrealen Kontrast der überbordenden Blütenpracht mit der tatsächlich im Frost erstarrten Lebenswelt und damit seine Beschäftigung mit einer geradezu romantischen Vorstellung des ewigen Lebenszyklus.

RAIMUND THOMAS ERHÄLT ART COLOGNE-PREIS 2016

14. April 2016

Mit dem Preis der ART COLOGNE wird in diesem Jahr Raimund Thomas für seine herausragenden Leistungen in der Kunstvermittlung geehrt. Der Münchner Galerist gehörte 1967 bereits zu den Gründungsmitgliedern des "Kunstmarktes Köln".

Nach einem Studium der Architektur in München beschließt Raimund Thomas 1961, Galerist zu werden. Er verbringt mehrere Monate in London, New York und Paris, um dort Galerien zu besuchen, hört Vorlesungen der Kunstgeschichte in München und eröffnet 1964 die Galerie Thomas in der Maximilianstrasse 25.

Trotz eines damals noch wenig aufgeschlossenen Umfelds in München, stellt er bereits in den 60er- und 70er-Jahren Künstler der internationalen Avantgarde aus, darunter Yves Klein, Cy Twombly, Eduardo Chillida, Piero Manzoni, aber auch Gerhard Richter, Joseph Beuys, Josef Albers und Gotthard Graubner. Die späten 60er-Jahre stehen im Zeichen der Pop-Art - unter anderem mit einer Ausstellung der "Nudes" von Wesselmann.

Schon bald setzt Raimund Thomas einen ersten Schwerpunkt, indem er sich auf Werke des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne konzentriert. Max Pechstein, August Macke, Gabriele Münter, Ernst Heckel, Christian Rohlfs, Otto Mueller und Ernst Ludwig Kirchner sind fortan untrennbar mit dem Programm der Galerie verbunden.

1978 kann die Galerie eine Ausstellung mit hundert zuvor nie gezeigten Werken von Alexej von Jawlensky präsentieren. Ein weiterer Meilenstein in der Galeriegeschichte ist der Erwerb bedeutender expressionistischer Werke aus der legendären "Sammlung Rheingarten". Mit Ausstellungsereignissen wie dem Zyklus "Die blauen Vier", der nacheinander Klee, Kandinsky, Jawlensky und Feininger präsentiert, führt Raimund Thomas die Tradition seiner großen Vorgänger fort, der Galeristen Günter Franke und Otto Stangl.

1986 ist Raimund Thomas zusammen mit vier anderen Kunsthändlern ein Gründungsmitglied des Auktionshauses Villa Grisebach in Berlin.

Er engagiert sich für zeitgenössische Künstler wie Mimmo Paladino, Nicola De Maria, Franceso Clemente, Enzo Cucchi - weiter Jean-Michel Basquiat, die Graffiti-Künstler oder die Berliner "Neuen Wilden".

Tatsächlich gehört Pioniergeist zu den charakteristischen Eigenschaften, die Raimund Thomas zeitlebens entwickelt hat. Bezeichnend dafür ist 1987 die Eröffnung seiner privaten Kunsthalle, des A 11 Art Forum, in dem er jahrelang seine persönlichen Ausstellungsvisionen verwirklicht. Auf mehreren Etagen zeigt er bis 1990 Querschnitte aus der "documenta 8" und der Biennale in Venedig, immer wieder junge Kunst, Beuys, aber auch Klassisches wie das gesamte lithographische Werk von Picasso.

1995 tritt seine Tochter Silke Thomas in die Galerie ein, die sie seitdem maßgeblich mit ihm leitet.

Zu den wichtigsten Präsentationen der jüngeren Vergangenheit zählen die Ausstellung mit Werken von Chaim Soutine, der Zyklus "Meisterwerke I-V", eine lose Folge von Ausstellungen mit herausragenden Werken von Künstlern des Deutschen Expressionismus, aber auch Einzelausstellungen mit bedeutenden Vertretern der amerikanischen Nachkriegskunst wie Tom Wesselmann, Frank Stella und Jim Dine sowie ein internationales Ausstellungsprojekt anlässlich des 75. Geburtstages von Fernando Botero, einschließlich der Ausstellung seiner monumentalen Skulpturen auf der Museumsinsel in Berlin im Herbst 2007.

2009 eröffnet die Galerie Thomas in der Türkenstrasse 16, in direkter Nachbarschaft zur Pinakothek der Moderne und dem Museum Brandhorst, einen zweiten Standort in München, die Galerie Thomas Modern. Auf knapp 900 qm entstehen Räume für Kunst nach 1945. Gezeigt werden die wichtigen Vertreter der deutschen Nachkriegskunst wie Joseph Beuys und Anselm Kiefer, deren Zeitgenossen in den USA wie Andy Warhol, Tom Wesselmann, Jim Dine, Joan Mitchell, George Segal und Sam Francis, aber auch international etablierte Künstler der jüngeren Generation wie Marc Quinn und Peter Halley.

Seit September 2015 sind beide Galerien im Kunstareal, in der Türkenstrasse 16, beheimatet.

Mit Raimund Thomas wird 2016 ein Gründungsmitglied des "Kunstmarktes Köln", dem Vorgänger der heutigen ART COLOGNE, mit dem ART COLOGNE-Preis geehrt. Seit 1967 zählt die Galerie Thomas zum festen Ausstellerstamm der weltweit ersten Messe für moderne und zeitgenössische Kunst.

Der ART COLOGNE-Preis wird jährlich vom Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler (BVDG) und der Koelnmesse für herausragende Leistungen in der Kunstvermittlung vergeben. Die Preisverleihung findet mit geladenen Gästen am Eröffnungstag der diesjährigen ART COLOGNE im Historischen Rathaus in Köln statt.

Jubiläumsausstellung

50 Jahre. Leben mit der Kunst
12. September - 15. November 2014

Zum 50-jährigen Jubiläum präsentiert die Galerie Thomas eine umfangreiche Ausstellung, die sich über beide Häuser in München erstreckt und parallel im Rahmen der OPEN ART am 12. September eröffnet wird.

In den letzten 50 Jahren hat die Galerie Thomas erfolgreich Kunst des 20. Jahrhunderts ausgestellt - beginnend mit Deutschem Expressionismus und Klassischer Moderne, über Positionen nach 1945 und zeitgenössischer Kunst. Die Jubiläumsausstellung bietet in dokumentarischer Form einen Querschnitt durch die Fülle des halben Jahrhunderts Galerieleben und belegt eindrucksvoll, was in 50 Jahren des Bestehens der Galerie Thomas und in den fünf Jahren seit der Eröffnung der Galerie Thomas Modern realisiert und ausgestellt wurde.

Die Ausstellung wird thematisch in verschiedene Rubriken unterteilt, in denen unterschiedliche Schwerpunkte der Galeriearbeit beleuchtet werden. Die einzelnen Themen werden durch Dokumentationsmaterial, teils historisch, aus 50 Jahren Leben mit der Kunst illustriert.

Das Thema 'Highlights - Immer wieder aufs Neue' wird u.a. durch die dokumentarische Darstellung der sensationellen Verkaufsausstellung der 'Sammlung Rheingarten' aus dem Besitz von Hans Grothe beleuchtet.

In dem Thema 'Gute Nase' werden Ausstellungen von Künstlern zusammengefasst, die erst in der Folgezeit zu ihrem internationalen Rang kamen: Josef Albers, Joseph Beuys, Yves Klein, Piero Manzoni, Gotthard Graubner, Gerhard Richter, Eduardo Chillida und Tom Wesselmann. Frühzeitig stellt Raimund Thomas auch zeitgenössische russische Kunst in Zusammenarbeit mit Henri Nannen aus, sowie junge chinesische Kunst.

Die Galerie Thomas feiert 2014 Jubiläum!

14. März 2014

Dieses Jahr haben wir einen doppelten Grund zu feiern! Die Galerie Thomas wird 50 Jahre alt! Und die jüngere Schwester, die Galerie Thomas Modern, feiert dieses Jahr bereits 5. Geburtstag!

1964 fasste Raimund Thomas den Entschluss, im Herzen Münchens, in der Maximilianstrasse 25, seine erste Galerie zu eröffnen. Bald avancierte die Galerie Thomas zu einer erstklassigen Adresse für Moderne Kunst und gehört heute zu den international führenden Vermittlern von Werken des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne.

2009 gründete Raimund Thomas gemeinsam mit seiner Tochter Silke Thomas die Galerie Thomas Modern in der Türkenstrasse 16. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Pinakothek der Moderne wird auf der großzügigen Ausstellungsfläche seither moderne und etablierte zeitgenössische Kunst präsentiert, u.a. Pop Art, US Nachkriegskunst und Abstract American Art, sowie individuelle Positionen der jüngeren Szene.

Das nehmen wir zum Anlass, 2014 eine umfangreiche Übersichtsschau zur OPEN ART im Herbst 2014 Übersichtsschau zur OPEN ART zu realisieren. Lassen Sie sich überraschen! Wir informieren Sie rechtzeitig und versorgen Sie mit ausführlichen Presseunterlagen zu unseren Jubiläums-Aktivitäten.

Joseph Beuys at Museu de Arte Contemporanea de Niteroi in Rio de Janeiro, Brazil

2. September - 1. Dezember, 2013

In cooperation with the Brazilian Instituto Plano Cultural, Galerie Thomas Modern presents JOSEPH BEUYS Res-pública: convocation for a global alternative at the Museu de Arte Contemporânea de Niterói in Rio de Janeiro, Brazil.

Galerie Thomas Modern proudly presents an extensive Joseph Beuys exhibition at the Museu de Arte Contemporânea de Niterói in Rio de Janeiro, Brazil, containing over 100 works collected out of all his creative stages. Up to this moment the complete sumptuous collection, by the 1986 deceased German artist, has a force of attraction to which one cannot elude oneself.

The exposition, which at first will be displayed in the Museu de Arte Contemporânea de Niterói in Rio de Janeiro, has been conceived through cooperation between the Instituto Plano Cultural and Galerie Thomas Modern. Sequenced the exhibition will be exposed in the capital Brasilia, the Argentinian capital Buenos Aires, and last but not least back to Brazil, Recife.
Joseph Beuys (born 1921) is classified to be one of the most inspiring and influential protagonists of the 20th century art world. At the same time visionary and mentor, his work pulls us human into fascination. Beuys multifarious production includes traditional forms, such as: plastics, painting and drawing, as well as multiple big installations and public performances. His works, however, are not only of big importance in the artistic manner, but also of great social significance. He preached an extension in the definition of art, which had the ability to change the whole society.

With his ‘social plastic’ he lifted every person into the position of being an artist and by that referred to his creative and artistic energy, which gave him the possibility to change and form the society independently. Consequently Beuys has developed a political engagement which made him argue for direct democracy and participation of the individual.

The exhibition is exploring five different entry points that consistently appear in his works: Human Being and Humanity . Direct Democracy - politics . Carrier of thoughts, ideas and knowledge . difesa della natura / Environment and Healing . Social sculpture, energy and transformation.

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